Die Lebensmittel-kennzeichnung verstehen

Die Lebensmittelkennzeichnung verstehen

Für eine ausgewogene Ernährung benötigen Verbraucher Informationen über die Lebensmittel, die sie kaufen und essen. Sie müssen auch wissen, welche Informationen die Lebensmittelkennzeichnung ihnen liefert und wie sie diese für ihre gesunde und ausgewogene Ernährung nutzen können.

In der Europäischen Union werden Lebensmittelkennzeichnungen sorgfältig kontrolliert, um sicherzustellen, dass Verbraucher die wichtigsten Eigenschaften der Lebensmittel kennen, die sie kaufen. 2011 wurde in der EU eine neue Lebensmitte-Informationsverordnung erlassen (Regulierung zur Information der Verbraucher über Lebensmittel 2011). Bis 2014 müssen die Lebensmittelhersteller ihre Verpackungen anpassen, um diese neuen Vorschriften zu erfüllen.

Auf allen Lebensmittelverpackungen müssen die folgenden
Informationen ersichtlich sein:

  1. der Name des Lebensmittels
  2. die Liste der Zutaten
  3. alle bei der Herstellung oder Zubereitung von Lebensmitteln verwendete Zutaten oder Hilfsstoffe, die aus einer Substanz oder einem Produkt gewonnen werden, das Allergien oder Unverträglichkeiten auslöst, und die im Endprodukt noch enthalten sind (wenn auch in abgewandelter Form)
  4. die Menge bestimmter Zutaten oder Zutatenkategorien
  5. die Nettofüllmenge des Lebensmittels
  6. das Mindesthaltbarkeits- oder Verbrauchsdatum
  7. ggf. spezielle Hinweise zur Lagerung oder Verwendung
  8. der Name oder Firmenname und die Adresse des Lebensmittelunternehmens
  9. das Ursprungsland oder der Herkunftsort
  10. eine Gebrauchsanleitung, sofern diese für die sachgemäße Verwendung der Lebensmittel benötigt wird
  11. bei Getränken mit mehr als 1,2% Alkoholgehalt der tatsächliche Alkoholgehalt nach Volumen
  12. eine Nährwertdeklaration.

Nährwertkennzeichnung

Die nun vorgeschriebene Nährwertkennzeichnung auf Lebensmittelverpackungen entspricht weitgehend jener, die Kellogg's bereits seit vielen Jahren verwendet. Lebensmittelkennzeichnungen müssen Informationen zum Energiegehalt eines Lebensmittels enthalten, sowie die enthaltene Menge an Fett, gesättigten Fettsäuren, Kohlenhydraten, Zucker, Eiweiß und Salz angeben. Diese müssen pro 100 g bzw. 100 ml des Produkts und können auch „pro Portion“ angegeben werden.

Diese Angaben können ergänzt werden durch Informationen zu: anderen Arten von Fettsäuren, z. B. einfach oder mehrfach ungesättigte Fettsäuren; Polyolen; Stärke; Ballaststoffen; und Vitaminen oder Mineralien, sofern sie in ausreichender Menge vorhanden sind (>15% der Referenzzufuhr)

Neue Referenzmengen ersetzen die Richtwerte für die Tageszufuhr (GDAs)

Kellogg's war 2006 eines der ersten Unternehmen, das Richtwerte für die Tageszufuhr angegeben hat. Diese Angaben wurden nun leicht verändert als "Referenzmengen" zu einem Bestandteil der neuen EU Lebensmittel-Informationsverordnung. Diese Änderungen müssen von Lebensmittelherstellern bis 2016 vollständig umgesetzt sein.

Referenzmengen sind Richtwerte, welche die für eine gesunde Ernährung ungefähr nötig Zufuhr bestimmter Nährstoffe und Kalorien festlegen. Die neue Lebensmittel-Informationsverordnung sieht eine Angabe der Referenzwerte auf der Vorderseite der Verpackung vor. Diese ersetzen die GDAs und sollen einheitliche Verbraucherinformationen über alle Marken und Märkte hinweg ermöglichen.

Referenzwerte ersetzen den Begriff „Richtwerte für die Tageszufuhr“. Die Referenzwerte werden in der neuen europäischen Lebensmittel-Informations- verordnung festgelegt und müssen von allen Lebensmittelherstellern übernommen werden. Es gibt nur einen Satz von Referenzwerten. Dieser gilt für „Erwachsene“ und basiert auf dem Bedarf einer Frau, die 2000 kcal täglich benötigt und keine speziellen Ernährungsbedürfnisse hat.

Die Kennzeichnung der Referenzwerte wird ähnlich sein wie jene der Richtwerte für die Tageszufuhr, die auf Kellogg-Produkten bereits seit Jahren angegeben werden.

Auf den meisten verpackten Speisen und Getränken werden leicht verständliche Nährwertangaben auf der Vorderseite der Verpackung zu finden sein, entweder nur zur Energie oder zu Energie, Fett, gesättigten Fettsäuren, Zucker und Salz.

Die Werte können pro 100 g/ml, pro 100 g/ml und Portion oder nur pro Portion angegeben werden.

Die Einheit sind Gramm (g), außer für die Energie, die in Kilojoule (kJ) oder Kilokalorien (kcal) angegeben wird.

Dazu wird auch der Prozentsatz der Referenzwerte angegeben.

Referenzwerte für Energie und ausgewählte Nährstoffe (Erwachsene)

Beispiele für die Kennzeichnung auf der Vorderseite der Verpackung:

Die obere Zahl verrät Ihnen, wie viele Kalorien/Gramm in einer Portion enthalten sind. Die untere Zahl verrät Ihnen, welchen Prozentsatz des Referenzwertes Sie zu sich nehmen werden.

Referenzwerte helfen Ihnen:

Die Lebensmittel auszuwählen, die Ihren Bedürfnissen am besten entsprechen

Zu überprüfen, was in Lebensmitteln enthalten ist und wie viel Ihrer Referenzwerte sie damit zu sich nehmen

Lebensmittel miteinander zu vergleichen

Zu wissen, wie viel eine Portion des Produkts ist

Sich auf jene Nährstoffe zu konzentrieren, die für Sie am wichtigsten sind

Zu erkennen, wie die Lebensmittel zum Rest Ihrer Ernährung passen

Mit den Referenzwerten können Sie auf einen Blick erkennen, wie viel Energie, Zucker, Fett, gesättigte Fettsäuren und Salz in jeder Portion eines Lebensmittels enthalten sind. Jede dieser Mengen wird als Prozentsatz der neuen Referenzwerte angegeben.

Zur Vereinheitlichung und Vereinfachung basieren die Referenzwerte auf den Bedürfnissen eines einzigen theoretischen Erwachsenen - einer erwachsenen Frau, die etwa 2000 kcal täglich benötigt. Die Referenzwerte für Zucker, Fett, gesättigte Fettsäuren und Salz sind dabei als Maximalwerte zu verstehen, nicht als Werte, die man unbedingt erreichen soll.

Informationen zu Allergenen

Die neue Verordnung schreibt vor, dass Allergene in der Zutatenliste hervorgehoben werden müssen. 14 wichtige Stoffe, die Allergien oder Unverträglichkeiten auslösen können, werden in der Verordnung hervorgehoben:

   Die 14 Allergien
Glutenhaltiges Getreide     Sojabohnen
Krebstiere/Schalentiere (z. B. Garnelen, Krabben)  Milch
Weichtiere (z. B. Muscheln) Sellerie
Eier Senf
Fisch Sesam
Erdnüsse Lupine
Nüsse Sulfite

Diese Allergene müssen auf der Kennzeichnung hervorgehoben werden, indem sie z. B. fett, kursiv, unterstrichen oder in GROSSBUCHSTABEN geschrieben sind.

Beispiel einer Zutatenliste mit Informationen zu Allergenen