Ein praktischer Ansatz für die Verbesserung der Ballaststoffzufuhr

Ein praktischer Ansatz für die Verbesserung der Ballaststoffzufuhr

Ballaststoffe sind die Bestandteile pflanzlicher Lebensmittel, die den oberen Teil des menschlichen Verdauungstraktes relativ unverdaut passieren. Eine der Aufgaben von Ballaststoffen, die sich in Bezug auf die Gesundheit am besten nachweisen lässt, ist die Erhaltung eines regelmäßigen Stuhlgangs. Unregelmäßiger Stuhlgang führt zu Verstopfung, dem in Deutschland - und in ganz Europa - am häufigsten auftretenden, gastrointestinalen Leiden, von welchem fast ein Fünftel der gesamten Bevölkerung betroffen ist. Täglich eine ausreichende Menge an Ballaststoffen zu sich zu nehmen ist daher ein wichtiger Schritt hin zu einer optimalen Darmgesundheit. Aussagen darüber, wie viele Ballaststoffe empfehlenswert sind und wie die richtige Aufnahmemenge erreicht wird, können verwirrend sein.

Die Zufuhr von Ballaststoffen ist quer durch die gesamte deutsche Bevölkerung unzureichend. Sieben von zehn deutschen Erwachsenen nehmen nicht ausreichend Ballaststoffe zu sich - die durchschnittliche Zufuhr liegt bei nur 18 – 19 g/Tag. Im Vergleich zur empfohlenen Tageszufuhr von 30 g/Tag würde es also den meisten Erwachsenen guttun, deren Ballaststoffaufnahme pro Tag um etwa 11 – 12 g Ballaststoffe zu steigern.

Folgen eines nicht-optimalen Stuhlgangs

Nicht-optimale Stuhlgänge beeinträchtigen die Lebensqualität und ziehen bedeutende, gesundheitliche Probleme nach sich. Zusätzlich zum persönlichen Unwohlsein stellt eine Verstopfung ebenso eine finanzielle Bürde dar, die zu zahlreichen Arztbesuchen führt. Für Deutschland sind keine Zahlen verfügbar, jedoch werden in den Vereinigten Staaten 2,5 Millionen Arztbesuche allein Verstopfungsleiden zugeschrieben, sowie 10 % des klinischen Arbeitspensums und 14 % des Medikamentenbudgets Großbritanniens. Eine kürzlich durchgeführte Wirtschaftsanalyse deutet darauf hin, dass eine Ankurbelung der Ballaststoffzufuhr zu deutlichen finanziellen Einsparungen führen könnte. Auf Grundlage einer konservativen Schätzung, in der eine von zehn Personen der Bevölkerung eine zusätzliche Menge von 11 g an Ballaststoffen pro Tag zu sich nimmt, und eine von vier Personen mit 5 g zusätzlich pro Tag, läge die Ersparnis für Großbritannien bei 127 Millionen Pfund, für Irland bei 8,7 Millionen e und für Spanien bei 121 Millionen e.

Es hat sich gezeigt, dass Weizenkleie eine der effizientesten, natürlichen Ballaststoffquellen ist, um optimale Darmgesundheit zu fördern. Auf Grundlage zahlreicher, veröffentlichter Beweise hat die EU die folgenden gesundheitsbezogenen Angaben genehmigt: „Weizenkleie erhöht die Fäkalmasse“ und „Weizenkleie reduziert die Darmpassagezeit“ (unter der Annahme, dass 10 g Weizenkleie pro Tag aufgenommen werden).

Weizenkleie bietet eine kostengünstige Alternative zu Abführmitteln, um Symptome einer trägen Darmbewegung und Verstopfung in der klinischen Praxis zu lindern.

Weizenkleie bietet eine kostengünstige Alternative zu Abführmitteln, um Symptome einer trägen Darmbewegung und Verstopfung in der klinischen Praxis zu lindern.

Mehr Weizenkleie in den Speiseplan integrieren

Frühstück und Zwischenmahlzeiten sind zwei wichtige Momente der Nahrungsaufnahme, bei welchen der größte Teil der Ballaststoffaufnahme stattfinden könnte. Beispielsweise konsumieren Personen, die sich für ballaststoffreiche Cerealien entscheiden (> 6 g Ballaststoffe/100 g) 42 % mehr Ballaststoffe beim Frühstück und 14 % mehr Ballaststoffe insgesamt, im Vergleich zu Personen, die Vollkorncerealien mit einem niedrigeren Ballaststoffgehalt (3 g Ballaststoffe/ 100 g oder weniger) wählen. Einfache Veränderungen im Essverhalten können die Zufuhr von Ballaststoffen schnell erhöhen und dabei helfen, die Darmgesundheit aller zu verbessern.

Quellenangaben

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  4. DGE Vollwertig essen und trinken nach den 10 Regeln der DGE. Zugriff über: https://www.dge.de/ ernaehrungspraxis/vollwertige-ernaehrung/10-regeln- der-dge/
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